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Historie

Papier ist eine der vier großen Erfindungen des alten Chinas und ein herausragender Beitrag zur Weltkultur.

Vor der Erfindung des Papiers machten die Menschen als erstes ihre Aufzeichnungen und Erinnerungen durch das Knüpfen von Knoten. Später wurden Knochen und Schildkrötenpanzer für Aufzeichnungen genutzt. Darauf folgten Bronzeobjekte mit Inschriften, welche "Jin Wen" oder "Zhu Ding Wen" genannt werden. Danach wurden Schriftzeichen auf Bambus und Holztafeln aufgebracht. Zur gleichen Zeit wurde Seide für Aufzeichnungen benutzt.

Es ist weitestgehenst akzeptiert, dass Papier in der Östlichen Han-Dynastie (25-220) von Cai Lun erfunden wurde. Aber neueste archäologische Entdeckungen lassen an dieser Annahme zweifeln. Archäologische Arbeiten entlang der chinesischen Seidenstraße im Nordwesten haben viele Ruinen und Gräber der Westlichen Han-Dynastie (206 v. Chr. - 23 n.Chr.) zutage gebracht, von denen einige antikes Papier enthielten. Die Papiere wurden nach den Regionen ihrer Entdeckung benannt. Dies ist das Fang Ma Tan-Papier aus der der Westlichen Han-Dynastie, Ba Qiao-Papier, Xuan Quan-Papier, Ma Quan Wan-Papier und Ju Yan-Papier aus der mittleren Westlichen Han-Dynastie und Zao Tan Po-Papier aus der späten Westlichen Han-Dynastie. Alle genannten Papiere wurden vor der angenommenen Erfindung des Papieres durch Cai Lun hergestellt. Außerdem zeigen einige von ihnen Anzeichen von Schrift, das läßt darauf schließen, dass sie bereits zu dieser Zeit als Schreibpapiere genutzt wurden.

Einige Menschen, die an der Erfindung des Papiers durch Cai Lun festhalten wollen, behaupten, dass es sich bei den Papieren um Vorläufer in primitiver Form handeln würde und es wird auch geglaubt, dass es nicht zum Schreiben verwendet werden konnte.Von Cai wird gesagt, das er Papier aus rein pflanzlichen Fasern bei Verwendung von Baumrinde, Flachs, Kleidern und Fischnetzten erfunden hat. Cai's Erfindung - historisch als "Cai Hou-Papier" anerkannt - ersetzte schrittweise Bambusstreifen und Seide und wurde zum hauptsächlichen Schreibmaterial. Auch wenn die Kontroverse anhält, welche Art von Papier zuerst da war, ist es eine unbestreitbare Tatsache, das Papier bereits während der Han-Dynastie (206 v.Chr.-220 n.Chr.) bekannt war.

In der späten Östlichen Han-Dynastie (25-220) tauchte ein anderer berühmter Papiermacher mit dem Namen Zuo Bo auf. Er verbesserte die Papierherstellung durch die Kalandertechnologie. Zuo Bo's Papier war von schöner, glänzender Erscheinung und zu dieser Zeit gemeinsam mit Zhang Zhi's Schreibpinseln und Wei Dan's Tuschereibsteinen populär.

Während der Wei-Dynastie (220-265), der Jin-Dynastie (265-420) und der Südlichen und Nördlichen Dynastien (420-589) wurde Papier intensiv genutzt. Während der Östlichen Jin-Dynastie (317-420) wurde durch den Kaiser angeordnet, dass Bambus- und Holzstreifen durch Papier zu ersetzen seien. So wuchs neben der Menge der Papierproduktion auch die Qualität. Neue Sorten wie Wein-Papier, Moos-Papier und Bambus-Papier wurden entwickelt. Die authentischen Schriften der beiden großen Kalligrafen Wang Xizhi und Wang Xianzhi wurden meistens auf Bambuspapier ausgeführt.

In der Periode der Tang-Dynastie (618-907) und der Song-Dynastie (960-1279) entwickelte sich die Papierherstellung aufgrund der boomenden Wirtschaft und der kulturellen Weiterentwicklung zu noch nie dagewesener Hochkonjunktur. Es gab eine Vielzahl technologischer Innovationen und die Vielfalt der Papiere nahm stark zu. Viele berühmte Arten von Papier entstanden und wetteiferten miteinander.

Die Tang-Poetin Xue Tao (768-831) entwickelte ein nach ihr bekanntes Papier. Sie fertigte ihr Papier am Fluß Huan Hua in Chengdu. Sie nahm dafür Baumwollblüten, die sie mit Blumensaft mischte. So produzierte sie kleine, elegante Papiere von dunkelroter Farbe. Das Papier wurde unter den Namen Xue Tao-Papier und Huan Hua-Papier bekannt und häufig zum Schreiben kurzer Gedichte genutzt. In der Zhengde-Periode (1505-1521) wurde versucht, das Xue Tao-Papier zu imitieren, dabei entstanden aber nur minderwertige Repliken.

Während der Song-Dynastie (960-1279) wurde nur das "Herr Xie's-Papier" (auch "Herrn Zie's 10-Farbenpapier") als Konkurrenz für das Xue Tao-Papier genannt. Doch auch das Cheng Xin Tang-Papier sehr bekannt. Es wurde aus der Rinde des Maulbeerbaums hergestellt.

Das heute sehr bekannte Xuan-Papier wurde in der Quin-Dynastie (1644-1911) erfunden. Es erhielt seinen Namen von seinem Geburtsort Xuanzhou in der Provinz Anhui. Zur Herstellung von Xuan-Papier sind mehr als 100 Arbeitsschritte nötig.

Die Gründe, warum Xuan-Papier letztlich zum bevorzugten Papier wurde, liegt in seinen einmaligen Eigenschaften. Es ist fest und zäh, geschmeidig, weiß, hat eine hohe Dichte, ist wiederstandsfähig gegen Würmer, Abnutzung und knittern, es ist alterungsbeständig, reagiert gut auf Feuchtigkeit und ist somit von ausgepägter Qualität. Es kann sowohl für Kalligrafie als auch für die Tuschmalerei verwendet werden und hat den Ruf eines "1.000 Jahre alten Papiers". Xuan-Papier gewann viele Auszeichnungen, z.B. gewann es 1915 die Goldmedaille bei der internationalen Ausstellung in Panama.

 

Quelle: Zhang, Wei: The Four Treasures Inside the Sholar's Studio, Long River Press 2004

Ein Buch, in dem Sie weitaus ausführliche Informationen finden werden und das wir Ihnen wärmstens empfehlen möchten.

 

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Wu Chang Shuo (1844-1927)